Nachhaltige Entnahmen: So sichern Sie Ihr Ruhestandsgeld

Ein zentrales Element einer nachhaltigen Strategie ist die Festlegung des sogenannten Entnahmesatzes. Dabei handelt es sich um den Prozentsatz des Anfangskapitals, der jährlich ausgezahlt wird. Eine zu hohe Entnahme kann dazu führen, dass das Kapital bereits vor dem Lebensende vollständig aufgebraucht ist. Deshalb empfiehlt sich eine konservative Ausrichtung, bei der auch schlechte Börsenjahre und eine steigende Lebenserwartung mit einkalkuliert werden. Individuelle Umstände, wie der persönliche Gesundheitszustand oder weitere Einkommensquellen, sollten bei der Berechnung ebenso Beachtung finden wie steuerliche Auswirkungen der Entnahmen.

Dynamische Anpassung: Flexibilität als Schlüssel

Reagieren auf Marktveränderungen

Schwankungen an Börsen und Kapitalmärkten lassen sich nicht vermeiden. Phasen mit Kursverlusten verlangen eine erhöhte Aufmerksamkeit in der Entnahmeplanung. In schwierigen Jahren kann es sinnvoll sein, die Entnahmen temporär zu reduzieren, um Verluste nicht endgültig zu machen und dem Kapital die Chance auf Erholung zu bieten. Eine flexible Anpassung hilft, das Vermögen auch in volatilen Zeiten zu schützen und die Dauer der Versorgung zu verlängern.

Anpassungen bei Lebensereignissen

Neue Lebenssituationen erfordern oft eine Anpassung bei der Höhe oder dem Zeitpunkt von Entnahmen. Ob Krankheitskosten, pflegebedingte Ausgaben oder ein Umzug in eine kleinere Wohnung: Diese Veränderungen können erheblichen Einfluss auf Ihren Finanzbedarf haben. Umso wichtiger ist es, regelmäßig den individuellen Finanzplan zu überprüfen und anzupassen, damit unvorhergesehene Ausgaben nicht die finanzielle Sicherheit gefährden.

Regelmäßige Überprüfung der Strategie

Die langfristige Überwachung und Aktualisierung der gewählten Entnahmestrategie ist unerlässlich. Mindestens einmal pro Jahr sollte geprüft werden, ob die bisherigen Annahmen zu Rendite, Lebenshaltungskosten und Lebensdauer noch zutreffen. Auch gesetzliche Änderungen, beispielsweise bei der Besteuerung von Kapitalerträgen oder der gesetzlichen Rente, sollten zeitnah berücksichtigt werden, um frühzeitig gegensteuern zu können.

Schutz vor Inflationsrisiken

Inflationsausgleich bei Entnahmen

Um die reale Kaufkraft zu erhalten, empfiehlt sich eine regelmäßige Anpassung der Entnahmebeträge an die Inflationsrate. Das bedeutet, dass die jährlichen Auszahlungen entsprechend angepasst werden, sofern Preise für Waren und Dienstleistungen steigen. Nur so kann langfristig gewährleistet werden, dass das Einkommen auch im fortgeschrittenen Alter ausreichend ist, die täglichen Ausgaben zu decken und unerwartete Preiserhöhungen abzufedern.

Anlageklassen als Inflationsschutz

Speziell Sachwerte wie Aktien, Immobilien oder Rohstoffe haben sich historisch als relativ widerstandsfähig gegen Inflation erwiesen. Eine ausgewogene Vermögensaufteilung, die einen gewissen Anteil an diesen Anlageklassen beinhaltet, kann helfen, Wertverluste zu begrenzen und die Gesamtrendite zu steigern. Dies ermöglich zugleich, trotz moderater Entnahmen das Kapital teilweise gegen steigende Preise zu schützen und finanzielle Reserven aufzubauen.

Bewusstsein für versteckte Kosten

Oft wird die tatsächliche Inflationsrate unterschätzt, insbesondere, weil diese individuell sehr unterschiedlich ausfallen kann. Steigen insbesondere die Gesundheits- oder Pflegekosten an, können selbst leicht steigende Preise erhebliche Auswirkungen auf den Finanzierungsbedarf haben. Ein regelmäßiges Hinterfragen der eigenen Ausgabenstruktur hilft, die Auswirkungen der Inflation frühzeitig zu erkennen und die Strategie entsprechend anzupassen.